Krampfadern

Krampfadern sind nicht nur unschön, sondern können aufgrund des gestörten Blutflusses zu Beschwerden wie Schwellungen und Schweregefühl der Beine führen. Schwerwiegende Komplikationen wie Hautentzündungen, Vernarbungen bis hin zum offenen Bein können nur durch eine rechtzeitige Therapie verhindert werden. Ziel einer jeden Therapie muss es sein, möglichst schonend und möglichst dauerhaft Krampfadern zu entfernen und so den krankhaften Rückfluss im Bein zu beheben.

Was sind Krampfadern?

Krampfadern sind krankhafte, permanente Erweiterungen größerer Venen mit Schlängelungen und Knotenbildung. Krampfadern, medizinisch Varizen, Varikosis oder Varikose genannt, gehören zu den häufigsten Leiden in den westlichen Industrieländern.

Warum mit Krampfadern ins Venenzentrum?

Im Venenzentrum Bochum werden mehr Patienten mit Krampfadern als in den meisten anderen Praxen, Venenzentren und Kliniken in Deutschland behandelt. Daher besteht eine sehr lange und sehr große Erfahrung in der Diagnostik und Therapie dieser Erkrankung. Prof. Dr. Markus Stücker gehörte 1999 zu den ersten Ärzten, die mit einem Radiofrequenzkatheter Krampfadern behandelten. Mit über 20 Jahren Erfahrung in dieser Therapie setzt er heute moderne Radiofrequenzkatheter und besonders schonende Lasersysteme mit speziellen Radialfasern ein. Prof. Dr. Markus Stücker war bei der internationalen Zulassungsstudie für die Verödungsbehandlung mit Mikroschaum Leiter eines der größten internationalen Zentren. Daher wurde das Venenzentrum in diesem Zusammenhang auch von einer Delegation der Gesundheitsbehörde der USA (FDA) zur Überprüfung besucht und das Zentrum für sehr gut befunden.
Prof. Dr. Achim Mumme führte als erster in Europa die Reparatur der Venenklappen, die sogenannte extraluminale Valvuloplastie ein und entwickelte diese Technik so weiter, dass sie nun als modernes Routineverfahren zur Verfügung steht. Prof. Dr. Achim Mumme entwickelte die Krampfaderoperation zur sogenannten ultraschallkontrollierten, minimal invasiven Crossektomie weiter. Dieses Operationsverfahren ist minimal invasiv und höchst effektiv.
Prof. Dr. Achim Mumme führte bei neu auftretenden Krampfadern eine Barrierre-Operationstechnik ein, welche das erneute Auftreten von Krampfadern deutlich senkt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich stehen dabei folgende Therapie-Optionen zur Verfügung:

Minimal invasive Operation (z. B. Pin-Stripping, Kryo-Stripping)

Durch eine Krampfaderoperation wird der krankhafte Blutrückfluss durch die Krampfadern in das Bein behoben. Dadurch können typische Beschwerden, wie Schweregefühl und Schwellungsneigung, wie auch sichtbare Krampfadern mit der Gefahr der Venenentzündung und Venenthrombose beseitigt werden. Die Krampfaderoperation ist ein wichtiges Standardverfahren der Krampfaderbehandlung mit gut dokumentierter Sofort- und Langzeitwirkung, das aufgrund der guten Verträglichkeit meist ambulant durchgeführt werden kann.

Reparatur defekter Venenklappen (extraluminale Valvuloplastie)

Sogenannte Valvuloplasie-Verfahren können die Klappenfunktion wiederherstellen, wenn die Schlussklappe an der Vena saphena magna nicht mehr richtig schließt. Dieses Verfahren ist besonders bei jungen Patienten mit einer geringgradigen Venenschädigung in diesem Bereich möglich. Bei dieser Technik wird der Mündungsbereich der Vena saphena magna von außen operativ eingeengt, um die Funktionsfähigkeit der erkrankten Mündungsschleusenklappe wiederherzustellen. Voraussetzung für den Erfolg dieser Methode ist eine Venenklappe, die durch die Einengung volle Funktionsfähigkeit erlangt.

Schaumsklerosierung und Mikrosklerosierung

Die Sklerosierungstherapie hat durch erst seit wenigen Jahren zur Verfügung stehende neue Verödungsmittel (Schaumverödung) stark an Bedeutung gewonnen. Durch diese neuen Verödungstechniken ist es möglich, auch größere Krampfadern mit nur wenigen Injektionen und wenigen Sitzungen rasch und wesentlich dauerhafter als früher zu beseitigen. Der Vorteil des Sklerosierungsverfahrens ist, dass keine Operation, keine Betäubung, keine Narkose erforderlich ist. Arbeitsunfähigkeiten entstehen durch die Methode nicht. Unmittelbar nach der Behandlung ist der Patient voll arbeitsfähig. Wenn sich anlagebedingt neue Krampfadern in anderen Arealen des Beines bilden, kann die Sklerosierungsbehandlung problemlos wiederholt werden.

Radiowellentherapie (VNUS Closure)

Die Radiowellentherapie ist ein minimal invasives Verfahren zur Behandlung großer Stammvenen. Hautschnitte, wie bei einer Krampfaderoperation, sind nicht mehr erforderlich. Dadurch ist das Verfahren besonders schonend. In Bochum wurde die erste Behandlung bereits 1999, also unmittelbar nach Einführung des Verfahrens in den USA, durchgeführt.

Vor dem Einsatz der Radiowellentherapie wird sorgfältig geprüft, ob das Verfahren im individuellen Einzelfall tatsächlich Vorteile gegenüber der minimal invasiven Krampfaderoperation bietet. Die Technik wird in örtlicher Betäubung durchgeführt, möglich ist aber auch eine Vollnarkose oder eine Rückenmarksanästhesie.

Auch für gesetzlich Versicherte besteht die Möglichkeit sich einer Therapie der Krampfadererkrankung mit dem Radiofrequenzkatheter oder dem Radiallaser ohne finanzielle Selbstbeteiligung zu unterziehen. Eine Kostenübernahme besteht bei Privatkassen, Beihilfestellen und den meisten Betriebskrankenkassen.

Laser Therapie von Krampfadern

Die endovenöse Laser-Therapie ist eine patientenfreundliche Alternative zum chirurgischen Venenstripping. Bei der endovenösen Laser-Therapie wird eine dünne Laser Faser in die Krampfader eingebracht. Dies geschieht durch eine Punktionsnadel, ähnlich wie einer Blutentnahme. Der Arzt bringt dann über die Glasfaser Laserenergie ein. Dadurch verschließt sich die Krampfader allmählich mit dem rückziehen des Katheters. Die endovenöse Lasertherapie wird ambulant im Venenzentrum durchgeführt. Die Therapie dauert meist weniger als eine Stunde. Anschließend können die Patienten sofort wieder umhergehen.

Auch für gesetzlich Versicherte besteht die Möglichkeit sich einer Therapie der Krampfadererkrankung mit dem Radiofrequenzkatheter oder dem Radiallaser ohne finanzielle Selbstbeteiligung zu unterziehen. Eine Kostenübernahme besteht bei Privatkassen, Beihilfestellen und den meisten Betriebskrankenkassen.

 

Patienteninformation zu medizinischen Kompressionsstrümpfen

Wenngleich die Kompressions­therapie als die Basis der phlebologischen und lymphologischen Behandlung gilt und über viele Jahrhunderte ihre Wirksamkeit bewiesen hat, so ist sie beim Anwender trotzdem oft nicht besonders beliebt. Moderne Strumpfmaterialien sowie zahlreiche Hilfsmittel haben den alltäglichen Umgang mit der Kompressions­therapie heute zwar schon deutlich verbessert, doch bleiben oft noch Stolperfallen zurück.

Welche Tipps gibt es zum Anziehen von Kompressionsstrümpfen?

  • Das Anziehen der Strümpfe ist am einfachsten am trockenen Bein mit Hilfe von Gummihandschuhen mit Noppen an den Fingerspitzen (Haushaltshandschuhe). Lassen Sie sich das korrekte Anziehen der Kompressions­strümpfe im Sanitätshaus demonstrieren, wenn Sie die Strümpfe ausgehändigt bekommen.
  • Zusätzlich gibt es eine Vielzahl von An- und Ausziehhilfen, die das Anziehen der Strümpfe erleichtern können. Das Spektrum reicht von der kleinen Gleitsocke bis hin zum Gestell, auf das der Strumpf aufgespannt wird. Beratung zu diesen Hilfsmitteln finden Sie in Ihrem Sanitätshaus. Es ist ratsam, die entsprechenden Anziehhilfen nicht einfach nur nach einem Bild auszusuchen, sondern sie bereits vor dem Erwerb einmal auszuprobieren. Nicht für jeden Patienten ist jedes Hilfsmittel gleichermaßen geeignet.

Wie lange sollten die Kompressionsstrümpfe pro Tag getragen werden?

  • Die Kompressions­strümpfe sollten für die verordnete Dauer tagsüber kontinuierlich (mindestens acht Stunden/Tag) getragen werden. Nachts brauchen Sie die Strümpfe normalerweise nicht zu tragen. Insbesondere ist das Tragen der Kompressions­strümpfe wichtig, wenn Ihre Beinvenen unter besonderem Stress stehen. Dies ist vor allem der Fall bei langem Stehen oder Sitzen.
  • Die Tragedauer der Kompressions­strümpfe insgesamt hängt von der zu Grunde liegenden Erkrankung ab. Üblich sind folgende Zeiträume:
    • Nach Krampfaderoperation: sechs Wochen
    • Nach Schaum-Sklerosierung/ Verödung: vom ersten bis zum letzten Termin plus drei Wochen
    • Nach Besenreisersklerosierung/ Verödung: eine Woche
    • Nach einer Venenentzündung/ Thrombophlebitis: mindestens zwei Wochen, ggf. länger abhängig vom Verlauf der Rückbildung
    • Nach einer Thrombose: mindestens drei Monate, ggf. länger abhängig vom Verlauf der Rückbildung
    • Bei einem schweren postthrombotischen Syndrom, Lymphödem, Ulcus cruris: meist lebenslange Therapie

Diese Angaben sind lediglich Richtgrößen und sind nicht auf alle Patienten übertragbar. Ihre individuelle Tragezeit besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Was sind typische Nebenwirkungen der Kompressionsstrümpfe?

Unter der Kompressions­therapie kommt es zu einem Peelingeffekt des Strumpfes auf der Haut. Dadurch wird diese trocken, kann Rötungen aufweisen und zu Juckreiz neigen. Daher sollten Sie Ihren Beinen am Abend, wenn Sie die Kompressions­therapie ablegen, eine reichhaltige Feuchtigkeitspflege gönnen.

Wie sollten die Kompressionsstrümpfe gepflegt werden?

Die Pflege der Kompressions­strümpfe sollte streng nach den Anweisungen des Herstellers erfolgen. Insbesondere ist darauf zu achten, dass die Kompressions­strümpfe nicht zu heiß oder mit Zusatz von Weichspülern gewaschen werden. Kompressions­strümpfe gehören auch nicht in den Trockner oder auf die Heizung!

Was ist, wenn ich mit den Kompressionsstrümpfen nicht zurechtkomme?

Die Kompressions­strümpfe können nur dann optimal wirken, wenn Sie korrekt und regelmäßig angewendet werden. Sollten Sie das Gefühl haben, dass Sie mit Ihren Strümpfen nicht zurecht kommen oder diese nicht richtig sitzen, Ihren Einschnürungen oder Scheuerstellen verursachen, halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Sanitätshaus oder Ihrem behandelnden Arzt, damit der Sitz der Strümpfe überprüft werden kann.

Wann brauche ich neue Kompressionsstrümpfe?

Moderne Kompressions­strümpfe sind so gefertigt, dass sie den vorgeschriebenen Anpressdruck über mindestens drei bis sechs Monate halten sollten. Es ist dafür aber essentiell, dass die Strümpfe gut gepflegt werden. Zu Lasten Ihrer Krankenkasse kann ein neues Paar Kompressions­strümpfe alle sechs Monate verordnet werden. Ausnahmen sind möglich, wenn sich die Beinform erheblich verändert hat.

Reichen nicht auch Stützstrümpfe?

Neben den medizinischen Kompressions­strümpfen, die ein verordnungsfähiges Hilfsmittel sind, gibt es auf dem Markt frei verkäufliche Stützstrümpfe und auch die bekannten, bei bettlägerigen Patienten im Krankenhaus angewendeten, Antithrombosestrümpfe. Diese Strümpfe haben andere Anpressdruckwerte als die medizinischen Kompressions­strümpfe und können diese daher nicht ersetzen.